...und da bin ich gerade unterwegs...

Sonntag, 30. März 2008

24.13. Das andere Norwegen Tag 12 (27.03.2008) – Der letzte Tag…

Nachdem wir die Nacht im Zelt mehr oder weniger gut überstanden hatten, stand uns noch ein weiterer Höhepunkt unseres Urlaubs bevor, ehe es wieder zurück nach Oslo ging…

…und so schrieb ich am 27.03.2008 um 16:10 Uhr unseren letzten Eintrag ins Reisetagebuch:

„Wir sitzen im Flieger nach Oslo – Judith hatte keine Lust mehr zu schreiben!
[…] Gegen 7:00 Uhr heute morgen waren wir beide wieder wach – naja, das Bellkonzert unserer tierischen „Leidensgenossen“ in der Kälte hat uns auch […] 3mal geweckt – besser als Fernsehen…
Gegen 8:00 Uhr war dann „Raubtierfütterung“ – 240 Huskys bekamen ihr Frühstück, eine Mischung aus Trockenfutter, Frischfleisch und Wasser…
Der Geruch war echt eine Zumutung, aber den Hunden scheint es geschmeckt zu haben!
Gegen 9:00 Uhr gab es dann in unserem Lavo ein seeeeeeeeeeeehr ausgiebiges Frühstück mit Brot, Wurst, Käse, Gemüse… - einfach allem, was das Herz begehrt und das Ganze bei offenem Feuer und aus Holzgeschirr.
Gegen 10:00 Uhr – mittlerweile hat es begonnen, zu schneien – ging es dann los zur Huskyschlittentour. Vom Touristcenter kamen noch 2 Däninnen und 2 Briten dazu, die ebenfalls mitfuhren… Das tolle daran war allerdings, dass wir, d.h. Judith und ich, alleine fahren durften – eine lenkte und eine saß auf dem Schlitten und nach einer Stunde wurde getauscht… Und „unsere“ 7 Huskys waren echt super – Sparks und Noah (unsere Leithunde) hatten den Laden ja auch voll im Griff und wir waren fast ausschließlich damit beschäftigt, die Hunde zu bremsen, weil die 7 ziemlich schnell waren im Vergleich zu den beiden anderen Gespannen mit 12 bzw. 14 Hunden und jeweils 1 Guide und 2 Gästen.
Danach gab es in unserem „Wohnzimmer“ noch ein Mittagessen […]. Danach haben wir noch schnell den kleinen Schlittenberg beim Villmarkssenter getestet und uns unserer Anzüge entledigt… natürlich erst als wir uns von den Hündchen verabschiedet hatten!



Um Punkt 13:30 Uhr brachte uns dann der Bus zurück nach Tromsö und uns zum Flughafen…
…und nun sitzen wir im Flieger nach Oslo – mit Hundegeruch und Rentierhaaren im Gepäck und gaaaaaaaaanz vielen schönen Erinnerungen an einen super schönen Urlaub im Kopf…“

24.12. Das andere Norwegen Tag 11 (26.03.2008) – …und wenn es kalt wird, helfen Rentierfelle…



Nachdem wir uns spontan entschlossen haben, das gute Wetter und die Schneebedingungen zu nützen und noch einen Langlaufskikurs zu machen, entstand am 26.03.2008 um 17:44 Uhr folgender Eintag:

„Ich sitze gerade beim Burger King und nutze die Zeit, die ich auf meine Pommes und meinen Kaffee warten muss zum Schreiben.
Sind eben vom Langlaufkurs zurück in die Stadt gekommen – total genial…
Waren auf der anderen Seite der Stadt (Stadtrundfahrt inklusive) und sind bei super Wetter und blauem Himmel in einer unbeschreiblich schönen Landschaft mit Langlaufskiern durch die Gegend getourt… War super lustig – unser Guide Ivar war total lustig und der Australier, der ebenfalls teilnahm und soooooooo überhaupt nicht skifahren konnte… […].
…so, jetzt aber Schluß mit schreiben – Pommes und Kaffee stehen Dank Judith am Tisch und dann geht es zum Zelten!“

Judith schilderte den Tag wie folgt weiter:

„[…] Um 18:15 Uhr […] wurden wir pünktlich am SAS Radisson abgeholt und mit einem kleinen Bus ca. 30 Min zum Villmarkssenter gebracht. Dies ist eine Huskyfarm mit 240 Hunden. Zu Beginn wurden wir mit einem Schneeoverall – Modell Michelinmännchen – und Schneeschuhen ausgestattet. Dann zeigte uns jemand das Gelände und auch unseren Schlafplatz – ein unisoliertes, ungeheiztes Zelt.
Wir durften die Hundebabys streicheln, sowie so viele Huskys, wie wir wollten. Diese waren quicklebendig, sprangen an uns hoch, leckten uns ab, so dass nach kürzester Zeit alles nach Hund roch. Ein Yeti aus dem Bilderbuch – namens René aus einen Dorf in Sachsen – nahm uns in Empfang, stattete uns mit Decken und Schlafsäcken aus und zeigte uns auch unser „Wohnzimmer“ – ein Lavo (Anmerkung: Lavos sind/waren die Zelte der Samen) mit Feuerstelle. Dort bekamen wir auch unser Abendessen aus Holzschüsseln – für mich „Bigoss“ oder so ähnlich… eine samische Speise – nicht zu verwechseln mit der polnischen Nationalspeise – bestehend aus Kartoffeln, Möhren, Kürbis, Rüben und Rentierfleisch als Eintopf gekocht – echt lecker! …und für Lisa einen Linseneintopf… gewöhnungsbedürftig war auch der Zustand, dass überall Rentierhaare herumflogen von den Fellen, auf denen wir saßen.
Wir ließen dann den Abend gemütlich am Feuer ausklingen, bevor wir uns tatsächlich ins Zelt wagten – nein falsch, zwischendurch betrachteten wir noch die wunderschönsten Nordlichter, die wir bisher zu sehen bekommen haben. Riesengroß, blau, weiß, rot, beweglich, als Streifen – alles, was das Herz begehrt… sogar die Ortsansässigen waren tief beeindruckt.
Nun denn auf ins Zelt. Wir fragten uns zwar, wann in unserem Leben wir etwas so schlimmes verbrochen haben, dass wir das erdulden müssen – draußen im Schnee schlafen bei circa -15°C. Ausziehen? Nein, danke! Wir pellten uns nur aus den Overalls und den Schuhen (die stanken auch so bestialisch, dass wir sie unmöglich mit ins Zelt nehmen konnten) und schlüpften dann in voller Montur in die Schlafsäcke. Hinderlich waren die kalten Füße, aber irgendwann sind wir tatsächlich eingeschlafen… […]“

24.11. Das andere Norwegen Tag 10 (25.03.2008) – Schnee, wohin man schaut…

Wir sind mittlerweile an der letzten Station unseres Urlaubes angekommen – in Tromsö. Hier werden wir noch 2 Nächte bleiben, ehe es zurück nach Oslo geht.

Judith schrieb am 26.03.2008 über den Vortag folgendes:

„Gestern haben wir einen wenig spektakulären, aber wunderschönen Tag in Tromsö verbracht – zunächst sind wir durch 50 cm Neuschnee zum Touristeninformationscenter getapert und haben für heute einen Langlaufskikurs gebucht. […] Danach sind wir shoppen gegangen und haben für Lisa eine wunderschöne grüne Frühlingsjacke, […] und noch eine CD mit samischer Musik (Anmerkung: Tromsö ist eines der Hauptzentren der Samen. Mehr unter http://de.wikipedia.org/wiki/Samen_(Volk) ; ihre Musik nennt man auch “joik“) erstanden.



Am Abend waren wir dann an unserem Hausberg vorm Hotel Schlitten – bzw. Plastikuntersetzer fahren – eine echt lustige Angelegenheit.
Nach einem Abendmahl […] sind wir recht früh ins Bett gefallen, um für heute fit zu sein. […]“